Wie man Literatur jetzt erLEBEN kann 

von Patrick Maag

Wenn alle Serien gebinged sind, alle Podcasts gehört wurden, erst dann werdet ihr merken, dass ihr auch mal wieder ein Buch lesen könnt. Oder noch besser: Lasst eeuch vorlesen! 

Lesungen kann man auch als Video, Podcast etc. genießen

Die Corona-Krise trifft die Kunst- und Kulturbranche besonders hart. In vorherigen Blogbeiträgen haben wir euch bereits gezeigt, wie ihr trotzdem nicht auf Theater, Museumsbesuche oder Musikkonzerte verzichten müsst.  

Aber auch in der Literatur gibt es einiges zu erleben. Zwar wurde die Leipziger Buchmesse abgesagt und auch Lesungen, die mit Vorfreude erwartet wurden, rücken erstmal in weite Ferne. Wie du jedoch trotzdem noch Lyrik, Epik und Dramatik erleben kannst, zeigen wir dir hier. Denn dank dem digitalen Zeitalter sind uns nämlich auch in Sachen Literatur kaum Grenzen gesetzt. 

Literatur im Netz gab’s auch schon vor Corona 

Schon vor Corona gab es ein illustres Angebot an Gratis-Lesungen und -Hörspielen im Internet. Wer sich gerne in Fantasie- und Krimiwelten flüchtet, dem bietet die Buchbewertungsplattform lovelybooks.de ein riesiges Repertoire an Lesungen an.  

Neben Live-Lesungen können hier auch vergangene Lesungen on demand angesehen werden. Renommierte Autoren wie Ken Follett, der aus seinem Buch „Das Fundament der Ewigkeit“ liest, oder spannungsgeladene Mystery-Thriller wie Sebastian Fitzeks „Passagier 23“ stehen dort zur Auswahl.  

Viele Workakrobaten geben euch jetzt etwas zu hören

Aber auch Fitzeks neuestes Werk „Fische, die auf Bäume klettern“ gibt es als Lesung. Darin philosophiert er über das Leben, gibt Ratschläge und regt zum Nachdenken an. Denn der spannendste Thriller ist doch oft das echte Leben. 

Von Fontane über Goethe bis hin zu Hermann Melville findet man in der Bayern-2-Lesungen-Mediathek mehr als hundert Lesungen. Neben den Klassikern gibt es auch aktuelle Werke von Eva Menasse oder Lesley Nneka Arimah zu belauschen. 

KünstlerInnen auf Instagram, Facebook und Co. 

Veranstaltungs- und Auftrittsverbote gibt es im Internet nicht! Auf verschiedenen Plattformen wie Instagram, Patreon oder YouTube tummeln sich mittlerweile auch zuhauf AutorInnen. Diese bringen in solch krisengeschüttelten Zeiten weiter Worte und Sätze zu Papier, pardon, in deinen Gehörgang. 

Das Literaturhaus Berlin hat seine Veranstaltungen wegen Corona kurzerhand komplett ins Netz verlegt. BuchvorstellungenLiterarische Führungen und Lesungen werden nun via Livestream oder als Podcast zu präsentiert. 

Der dtv Verlag bietet unter dem Hashtag #daslesengehtweiter seit einigen Wochen Lesungen auf seinem Instagram- und Facebook-Kanal an. Den laufend aktualisierten Veranstaltungsplan findest du hier.  

Im Netz findet man viele Lesungen

Auch einzelne Autoren machen sich das Internet zunutze und lassen dich online weiter Literatur erleben. Der Autor Saša Stanišić liest allabendlich live auf Twitch2019 wurde Stanišić für sein Buch „Herkunft“ mit dem Deutschen Buchpreis geehrt. 

Darin beschreibt er die Flucht seiner Familie während des Bosnienkriegs und stellt dabei die Frage, welche Rolle Herkunft eigentlich spielt.

Zudem können ZuschauerInnen während der Livestreams Geld spenden. Die generierten Einnahmen gehen an gemeinnützige Organisationen. Ende März konnten so bei einer Lesung 17 000 Euro gespendet werden. 

Auf Instagram lesen sechs JungschauspielerInnen Max Czolleks provokative Streitschrift „Desintegriert euch“ live und on demand. Hier fördern unter anderem Robert Stadlober, Clemens Schick und Seyneb Saleh ihr Lese- und Schauspieltalent zutage. 

Klassiker und Zeitdokumente im Netz 

Dein Urlaub fällt erstmal flach? Klein Problem. Denn mit Jules Vernes „Fünf Wochen im Ballon“ kann man auch weiterhin auf Reisen gehen. Das Abenteuer lässt uns von Sansibar bis Senegal durch das Afrika des 19. Jahrhunderts schweben.  

Aktueller denn je scheint auch Hans Falladas „Kleiner Mann, was nun?“, gelesen von Jutta Hoffmann. Der Roman handelt von Armut, Elend und der steigenden Arbeitslosigkeit der Gesellschaft zur Zeit der Weimarer Republik. Fallada schildert das Leben des „Kleinen Mannes“ Johannes Pinneberg. Dieser muss sich mit seiner schwangeren Frau Emma durch die widrigen Lebensumstände, die die Weltwirtschaftskrise 1929 mit sich gebracht hat, kämpfen. Weitere Werke findest du als Lesungen und Hörspiele in der mdr Mediathek

Das „Anne-Frank-Haus“ in Amsterdam zeigt auf seinem YouTube-Kanal ein ganz besonderes Video-Tagebuch. Die 13-jährige Schauspielerin Luna Cruz Perez erzählt aus der Ego-Perspektive über das Leben von Anne Frank im Hinterhaus in Amsterdam. Lesen musst du dabei allerdings trotzdem, sofern du dem Niederländischen nicht mächtig bist. Die Videotagebücher werden in Originalsprache aufgenommen, es sind aber deutsche Untertitel eingebettet. 

Wenn du es noch ein bisschen ausgefallener willst: Sir Patrick Stewart alias Admiral Picard trägt auf Instagram täglich ein Sonett von William Shakespeare vor. Stewart hat selbst jahrelang als Teil des Theaterensembles „Royal Shakespeare Company“ Rollen des britischen Dichters Shakespeare auf der Bühne zum Leben erweckt. 

Die Kinder nicht vergessen! 

Es gibt Online-Lesungen extra für Kinder

Kindern sollte man vorlesen! Wenn dir dafür zu wenig Zeit bleibt, bietet dir der SWR YouTube-Kanal kindernetz einiges an Material. Neben Highlights aus dem Tigerentenclub und verschiedenen Do-it-yourself-Videos werden dort nämlich auch zahlreiche Lesungen von Kinderbuchautoren angeboten.  

Hier lesen Cornelia Funke, Isabel Abedi oder Andreas Steinhöfel deinen Kindern direkt aus ihren privaten Wohnzimmern vor. Montag bis Freitag um 16 Uhr könnt ihr den Lesungen lauschen. Wenn die Kids die Hausaufgaben bis dahin noch nicht gemacht haben, können sie ganz einfach später Mitschnitte aus vergangenen Vorträgen hören.

Um abschließend noch ein wenig Lokalkolorit ins Spiel zu bringen: Der Ingolstädter Autor und Peotry Slammer Kevin Reichelt hat ein Buch aus der Sicht eines Kindes geschrieben. In „Die kleinen Dinge“ erzählt er in vielen charmanten und lustigen Geschichten über die Irrungen und Wirrungen im Leben eines Kindergartenkindes.

Abschließend ein kleiner Aufruf: Unterstützt die AutorInnen und WortakrobatInnen gerade in dieser schweren Zeit, wo es nur geht! Kauft Bücher, spendet Geld, redet über gute Werke! Damit die Literatur, die wir so lieben, mehr als nur brotlose Kunst bleibt. 


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