Corona-Kater bei den Kids – Mama, Papa, was kann ich tun?
von Anna Maria Jungnickel
„Mama, warum darf ich heute nicht auf den Spielplatz?“
„Papa, wann kann ich wieder zu meinen Freunden zum Spielen gehen?“
Als Eltern werdet ihr diese Fragen zurzeit wahrscheinlich sehr gut kennen. Gerade für die Kinder ist der momentane Corona-Kater nicht einfach. Und für Eltern auch nicht. Wir geben Tipps und Tricks!
Kinder dürfen nicht in den Kindergarten oder in die Schule. Sie können nicht raus auf den Bolzplatz oder mit ihren Freunden Fahrrad fahren. Und das ausgerechnet jetzt, wenn das Wetter so schön wird. Nach und nach gehen auch euch die Ideen aus, wie ihr eure Kids bei Laune halten könnt. Manchmal kommt erschwerend hinzu, dass parallel zur Kinderbetreuung auch Homeoffice ansteht. Alles nicht so einfach – wir versuchen zu helfen.

„Mir ist soooo langweilig…“
Sobald dieser Satz von euren Kindern kommt, könnt ihr ab sofort ganz schnell Abhilfe schaffen. Die Lösung - das Langeweile-Glas. Eine super Idee, wie bei Kindern die Langeweile ganz schnell verfliegt.
Die Vorbereitung für ein solches Glas ist kinderleicht. Ihr braucht dazu lediglich:
- ein großes Glas mit Verschluss (kann aber auch ein Schuhkarton sein)
- Zettel
- Jede Menge Aufgaben für die Kids
Bei den Aufgaben, die ihr euern Kindern geben möchtet, könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Wie wäre es mit: „Lies ein Buch“, „Tanze zu deiner Lieblingsmusik“, „Male ein Bild“? Es gibt so viele verschiedene Beschäftigungen, die ihr hier für euer Kind aufschreiben könnt.
Ein kleiner Buch-Tipp von mir, als Kind habe ich immer gerne die „Leselöwe-Bücher“ gelesen. Hier findet jeder etwas für sich, egal ob Prinzessin, Pirat oder Abenteurer. Man kann mit den Büchern so viel entdecken und erleben.
Ein bisschen Eigennutz dürfen die Zettelchen natürlich auch haben, also warum nicht auch einfach Aufgaben wie „Spülmaschine ausräumen“ oder „Tisch decken“ verteilen?
Kleiner Tipp am Rande: Passt gut auf, dass eure Zettel fälschungssicher sind. Nicht, dass auf einmal sämtlichen Haushaltsaufgaben verschwinden und nur Dinge wie „Schau deine Lieblingsserie“ zum Vorschein kommen.
Damit das Langeweile-Glas auch funktioniert, braucht ihr klare Regeln:
- Sobald sich jemand über Langeweile beklagt, wird ein Zettelchen gezogen.
- Die Kinder dürfen nur mit geschlossenen Augen und in eurem Beisein ziehen.
- Was auf dem Zettel steht, muss so bald wie möglich und ordentlich umgesetzt werden.
- Ein neuer Zettel darf frühestens nach Ablauf einer Stunde gezogen werden und wenn die vorherige Aufgabe ordentlich erledigt wurde.
- Die Zettelchen sind vom Umtausch ausgeschlossen!
Anti-Langeweile-Aufgabe: Lasst eure Kinder das Glas einfach selbst gestalten. Das geht am besten mit Glas-/Porzellanstiften oder mit Serviettentechnik.
Ein Rezept für kleine und große Künstler
Eine Kindheitserinnerung, die wir bestimmt alle miteinander teilen, ist das Basteln mit Salzteig. Es gibt fast keinen von uns, der sich nicht in seiner Kindheit als Salzteigkünstler ausprobiert hat.

Für einen Salzteig braucht ihr:
- Eine Tasse Salz
- Eine Tasse Mehl
- Eine Tasse Wasser
- Ein paar Tröpfchen Öl
- Eine Schüssel
- Einen Löffel
Alle Zutaten gefunden? Dann kann‘s jetzt losgehen.
A, B, C – das Häschen sitzt im Klee.
Oder wie in unserem Fall im Kresse-Beet. Um ein bisschen Frühlingsgefühle in die Wohnung zu bekommen, können sich eure Kinder als kleine Gärtner ausprobieren und süße Kresse-Hasen basteln.
Was ihr dafür braucht:
- Eine Klopapierrolle (pro Hase)
- Kleine Folientüten
- Tacker
- Watte
- Kressesamen
- Stifte zum Bemalen

Zuerst malt ihr die Umrisse für einen Osterhasen auf die Klopapierrolle auf. Danach können die Kinder sie ausschneiden, damit das Häschen seine Ohren bekommen.
Jetzt heißt es: Auf die Buntstifte, fertig, los! Denn die Osterhasen müssen auch bemalt werden. Vergesst das Gesicht nicht, das zeichnet ihr am besten mit Filzstiften auf.
Danach werden die Folientüten zurechtgeschnitten. Diese steckt ihr, mit der Öffnung nach oben, in die Klopapierrolle. Sie schützt die Rolle vor dem Wasser, das die Kresse zum Wachsen braucht. Damit die Tüte nicht verrutscht, tackert sie am besten an der Rückseite des Hasen fest.
In das Tütchen kommt anschließend die Watte, auf die ihr dann die Kressesamen streut. Danach brauchen diese nur noch Wasser, damit sie schnell wachsen können. Seid aber vorsichtig beim Gießen, damit der Osterhase nicht kaputt geht.
Wenn ihr regelmäßig gießt, könnt ihr nach ungefähr einer Woche eure Kresse ernten.
P.S.: Bitte nicht extra Toilettenpapier hamstern! Die Häschen könnt ihr beispielsweise auch aus der Papprolle von Küchentüchern, aus Dosen und kleinen Tontöpfen basteln, die die Kinder bunt bemalen können.
Auch wenn die Osterzeit vorbei ist, könnt ihr zusammen mit euren Kindern einen kleinen Kräuter- oder Minigarten anlegen. Dafür können sie beispielweise Tontöpfe bemalen und gestalten, in die dann Kräuter- oder Blumensamen gepflanzt werden.
(M)ein Steckenpferd für zuhause

Egal ob „Bibi und Tina auf Amadeus und Sabrina“, der holde Märchenprinz oder die Cowboys in der Prärie – so viele Helden sind mit ihren Pferden unterwegs. Also lasst die Kindheitshelden bei euch daheim einziehen und bastelt mit euren Kindern ein Steckenpferd!
Das Pferd ist schnell gebastelt, die Kinder können wieder ganz kreativ sein und haben ein super Spielzeug, wenn die nächsten Tage zuhause mal wieder zu langweilig werden.
Die Grundmaterialien für das Pferd sind ganz simpel: ein Stock und eine alte, einzelne Socke. Und sind wir mal ehrlich, einzelne Socken haben wir alle zu Genüge zuhause.
Was ihr außerdem noch braucht:
- Watte, Filz, Wolle, Stoffreste (auch von alten Klamotten)
- Knöpfe
- Pappe, bunter Tonkarton
- Bleistift, Lineal
- Schere, Klebstoff, Heißklebepistole
Diese Liste könnte ewig weitergeführt werden, da die Gestaltung der Pferde ganz individuell ist.
Das Grundgerüst des Steckenpferdes ist aber immer gleich. Zuerst müsst ihr die Socke mit Watte ausstopfen. Ihr braucht dabei nicht sparsam sein. Die Socke kann prall gefüllt sein, damit das Pferd einen schönen großen Kopf bekommt. Anschließend steckt ihr den Stock tief in die Socke rein und bindet das Sockenende mit der Wolle um den Stock.
Danach sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Egal ob Augen aus alten Knöpfen, eine Mähne aus langen bunten Wollfäden, bunte Flecken aus alten Stoffresten – lasst eure Kinder ihre Pferde ganz individuell gestalten.
Und dann ist es endlich an der Zeit für eure Kinder ihre ganz eigenen Heldengeschichten zu erleben!
Ein Regenbogen als Mutmacher

Die Idee für den Regenbogen als Mutmacher hat ihren Ursprung in Italien.
Hier haben Kinder ein Regebogenbild gemalt, um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass wir aktuell zuhause bleiben. Dazu schreiben sie „Io non esco!“, was übersetzt so viel heißt wie „Ich bleibe zuhause!“. Zum Regenbogen und der Sonne schreiben sie: „Andra tutto bene“ – „Alles wird gut.“
Eine ganz schöne Idee, die auch die Johannesschule Eschendorf aufgegriffen hat. Eine Idee, die auch ihr mit euren Kindern daheim weiterführen kann. Lasst sie ein Regenbogenbild malen und hängt es in eure Fenster. Dadurch zeigt ihr allen Menschen: „Wir halten zusammen und sind füreinander da.“
Und wer weiß, vielleicht hängen bald ganz viele schöne bunte Regenbogenbilder auch in euren Straßen. Eure Kinder freuen sich beim Spaziergang, wenn sie den einen oder anderen bunten Mutmacher sehen.
Das war nur ein kleiner Ausschnitt an Möglichkeiten, wie ihr die Zeit gemeinsam mit euren Kindern nutzen könnt. Einiges, wie beispielsweise das Bemalen vom Salzteig können die Kinder selbstständig machen, sodass ihr ganz bequem nebenher im Homeoffice arbeiten könnt.
Bei anderen Ideen, wie die Herstellung des Salzteigs oder dem Säen der Kressesamen, brauchen sie hingegen ein bisschen mehr Unterstützung. Aber auch das kann man alles gut mit dem Homeoffice vereinen.
Und jetzt hoffen wir, dass ihr so eure kleinen Racker bei Laune halten könnt und nicht dem Corona-Kater verfallt.